Sprache & Self-Empowerment 360°

Integration gelingt, wenn Sprache mit Self-Empowerment und digitalen Kompetenzen verbunden wird.

Das Kantonale Integrationsprogramm KIP 3 (2024–2027) setzt Schwerpunkte auf Sprachförderung, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit.

Unser Angebot knüpft an diese Ziele an und verbindet Sprachförderung mit Self-Empowerment und digitaler Bildung. So fördern wir nicht nur sprachliche, sondern auch emotionale, soziale und praktische Fähigkeiten – damit die Teilnehmenden aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Inhalte und Module

Mit dem Programm Sprache & Self-Empowerment 360° bieten wir ein durchlässiges, mehrstufiges Kurs- und Begleitprogramm an.

  • Phase 0 – Ankommen, Stabilisierung & Empowerment
  • Förderung von Alltagsstruktur und sozialer Integration
  • Entwicklungsatelier – Selbstwert & Teilhabe (als Teil von Phase 0)
  • Alphabetisierung
  • Sprachkurse A1 – B1 & digitale Grundkompetenzen

Unser Angebot für Personen mit Integrationsbedarf in den Gemeinden

Zielgruppen

Unser Angebot richtet sich an Personen mit Flucht- oder Migrationserfahrung, die bereits in den zuweisenden Gemeinden leben und Integrationsbedarf haben – sei es in der Ankommensphase oder trotz längerem Aufenthalt noch nicht vollständig in Gesellschaft, Arbeitsmarkt oder Bildungssystem integriert.

Die Deutschkurse – ebenso wie die weiteren Sprachangebote der MIFA – orientieren sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) für Sprachen und gewährleisten so klare Lernziele und praxisnahe Sprachförderung auf jedem Niveau.

Wichtige Grundkompetenzen für Alltag, Schule und Beruf, darunter:

  • Self-Empowerment – Selbstvertrauen, Sicherheit und zurechtfinden in der Gemeinde
  • Lesen und Schreiben – für Kommunikation und Orientierung im Alltag
  • Sprechen und Verstehen – für soziale Interaktion
  • Digitale Fähigkeiten – sicherer Umgang mit Computer und Technologie
  • Kulturelle Einblicke – um das gesellschaftliche Miteinander besser zu verstehen

Gemeinsam mit Gemeinden, Behörden und Sozialdiensten schaffen wir die Rahmenbedingungen für nachhaltige Integration, damit Menschen aktiv, selbstbestimmt und sicher am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Das Angebot erleichtert den Einstieg in Integrationsprozesse, stärkt Eigenverantwortung und entlastet gleichzeitig Fachinstitutionen.

Phase 0 – Ankommen – Sicherheit und Orientierung

Begleitung in der Muttersprache während der sensiblen Anfangszeit.

Das Programm verbindet Ankommen, Stabilisierung und Integration. Es stärkt Selbstermächtigung und Selbstwirksamkeit durch kultursensible Pädagogik und psychosoziale Begleitung.

Ein inklusives Lernumfeld und gezielte Vernetzung fördern nachhaltige Teilhabe in Bildung, Arbeit und Gesellschaft.

Phase 0 - Modul 0.1 - Ankommen & Sicherheit in Muttersprache

Fokus: Emotionales Ankommen, Selbstreflexion, Aktivierung persönlicher Ressourcen

Phase 0 - Modul 0.2 - Orientierung & Empowerment

Fokus: Einführung in das Leben in der Schweiz, Orientierung im Alltag, Kulturelle Kapitalien

  • Verarbeitung von Migrationserfahrungen
  • Talente- und Stärkenanalyse, Selbstvertrauen und Handlungskompetenzen stärken
  • Handwirklichkeiten und Kulturelle Kapitalien, Backen, Nähen, Musik, Geschichten, Kochen etc. im «Entwicklungsatelier»
  • Eigene kulturelle Ressourcen erkennen
  • Zugang zu Bildung und Teilhabe erweitern
  • Projektarbeit und Exkursionen (z. B. Ämter, Vereine, Arbeitswelt)
  • Gruppenarbeit
  • Biographiearbeit
  • Peer-Learning
  • Portfolioarbeit
  • Rollenspiele
  • Exkursionen
  • Geflüchtete und Migrant:innen in der Ankommenszeit, ab 18 Jahren
  • Niederschwelliger Zugang
  • Lernen in kleinen Gruppen  5–12 Teilnehmende
  • 3 / 6 Monate
  • 2 Kurstermine pro Woche à 3 Lektionen
  • Während der Kurszeiten wird, ab zwei Kindern pro Kurs eine Kinderbetreuung angeboten, um Eltern die Teilnahme zu erleichtern.
  • Romanshorn
  • Wil
Phase 0 - Entwicklungsatelier

Das Entwicklungsatelier ist Bestandteil der Phase 0.

Im Entwicklungsatelier aktivieren die Teilnehmenden ihre persönlichen und kulturellen Ressourcen, erproben Talente, präsentieren ihre Stärken und vernetzen sich mit lokalen Strukturen. So entsteht eine tragfähige Grundlage für erfolgreiche Bildungs-, Sprach- und Arbeitsintegration.

Fokus:

  • Aktivierung praktischer Kompetenzen und Talente
  • Sichtbarmachung von Stärken (z. B. Präsentationen bei Märkten, Gemeindeveranstaltungen, Online-Plattform)
  • Förderung von Selbstwert, sozialer Teilhabe und Gesundheit
  • Projektarbeit und Exkursionen (z. B. Ämter, Vereine, Arbeitswelt)

Sprachkurse

Alphabetisierung – Erwerb grundlegender Lese- und Schreibfähigkeiten

Der Alphabetisierungskurs richtet sich an Menschen mit Migrationsgeschichte, die das lateinische Alphabet noch nicht oder nur teilweise beherrschen. Die Teilnehmenden erwerben grundlegende Lese-, Schreib- und Sprachkenntnisse sowie erste Kommunikationsfähigkeiten für Alltag und Beruf. Der Unterricht orientiert sich an realen Lebenssituationen in der Schweiz und den fide-Handlungsfeldern, inklusive Alltagsmathematik, digitalen Grundkompetenzen und praxisnahen Themen wie Gesundheit, Behörden, Wohnen und Arbeit.

Kleine Gruppen, handlungsorientierte Methoden und ein persönlicher Lernordner fördern individuelle Lernfortschritte, Selbstorganisation und Eigenverantwortung.

Sprachkurse A1 – B1 & digitale Grundkompetenzen

Die Sprachkurse fördern gezielt Deutschkenntnisse, gesellschaftliche Integration und digitale Basiskompetenzen. In kleinen Gruppen werden alltagsrelevante Themen, Kommunikation und Selbstständigkeit im Umgang mit digitalen Medien vermittelt.

Der Unterricht folgt den fide-Prinzipien und verbindet Sprache, Orientierung und Teilhabe zu einem praxisnahen Lernprozess.

 

Methodik und Didaktik

  • Lebensnahe Lernaktivitäten – Wissen wird direkt auf Alltagssituationen angewendet
  • Fokus auf alltägliche Kommunikation – für selbstsicheres Sprechen in Alltag, Schule und Beruf
  • Motivierende Erfolgserlebnisse – in beständigen Gruppen, die kontinuierliches Lernen und soziale Vernetzung fördern
  • Abwechslungsreicher Unterricht – um alle Lernkanäle anzusprechen und die Lernmotivation hoch zu halten

Die Sprachkurse werden durch fide-zertifizierte Lehrpersonen durchgeführt. Sie basieren und fördern alltagsnahe Sprachkompetenzen für Bildung, Beruf und Integration. Die sozialpädagogische Begleitung stärkt Motivation, Selbstwirksamkeit und soziale Integration und unterstützt Teilnehmende bei individuellen Herausforderungen.

Einstufungstests sichern den passenden Kurseinstieg. Die Kurse sind durchlässig gestaltet und erlauben Niveauwechsel entsprechend dem individuellen Lernfortschritt.

Abschluss und Zertifizierung

Teilnehmende erhalten auf Wunsch eine Kursbestätigung der MIFA. Zudem besteht die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse offiziell testen zu lassen und ein fide- oder telc-Zertifikat zu erwerben – ein wertvoller Nachweis für weitere Bildung oder berufliche Schritte.

  • Alphabetisierung
  • A1 Sprachkurs Intensiv Modul 1.1 und 1.2
  • A2 Sprachkurs Modul 2.1 und 2.2
  • B1 Sprachkurs
  • Konversationstraining für Alltag und Beruf
  • praktische Schreibfertigkeiten (z. B. Formulare, E-Mails, Bewerbungen)
  • Alltagstexte lesen und berufliche Dokumente verstehen
  • Self-Empowerment
  • Digitale Grundkompetenzen: PC-Anwendungen im Präsenzunterricht
  • Präsenzunterricht an PC-Arbeitsplätzen mit praxisnahen, interaktiven Übungen
  • Rollenspiele
  • Tandemlernen
  • Neu Eingereiste, sowie Personen, die trotz mehrfacher Sprachkurse keinen ausreichenden Lernerfolg erzielt haben
  • Keine oder geringe Vorkenntnisse in Deutsch und PC-Kenntnissen erforderlich, niederschwelliger Zugang
  • Lernen in kleinen Gruppen  5–12 Teilnehmende
  • 6 Monate
  • 2 Kurstermine pro Woche à 3 Lektionen
  • Romanshorn
  • Wil

Nachhaltige Wirksamkeit

  • Förderung der Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit
  • Vermittlung digitaler Fähigkeiten und deutscher Sprachkenntnisse als entscheidende Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in Arbeitswelt und Gesellschaft
  • Anschluss an weiterführende Kurse, Arbeitsintegrationsprogramme oder Freiwilligenarbeit
  • Entlastung der Fachstellen durch gestärkte Selbstständigkeit der Teilnehmenden